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Aminata Belli – Adieu Cliché: Eigene Schubladen

 

Ich sage Adieu Cliché zu all den Schubladen und Ecken, die ich selbst manchmal öffne und schaffe. Zu all den Klischees, die ich anderen gegenüber habe. Ich sehe mich als sehr toleranten Menschen, lebe bewusst und weiß, dass ich meine Umwelt und Mitmenschen mit all ihren Facetten akzeptiere. Meistens. Hier und da merke ich allerdings, dass ich Schubladen habe und kategorisiere. Das mache ich nämlich manchmal. Das nervt. Und ja, das tun wir alle, aber tun wir nicht alle Dinge, die wir eigentlich nicht tun sollten? Also Adieu zu rollenden Augen, wenn mir wieder mal irgendein fescher Wahl-Berliner von seinem Start-Up, der Soho-House-Mitgliedschaft oder seiner Paleo-Diät erzählt.

Dann öffne ich nicht die Schublade „uninteressanter Spinner“, sondern meine Ohren und höre aktiv zu.

Dann öffne ich nicht die Schublade „uninteressanter Spinner“, sondern meine Ohren und höre aktiv zu. AfD-Wähler sollte ich nicht aus meiner Facebook-Freundesliste löschen, sondern mindestens versuchen, sie aus der Ecke herauszuholen oder ihnen immerhin klar machen, dass sie eventuell in eben dieser Ecke landen würden. Menschen, die mich fragen, woher ich mit meiner braunen Haut und den krausen Haaren denn nun komme, ernst nehmen.  Friseuren vertrauen, dass sie auch mir die Haare schneiden können. Frauen, die mich nicht ernst nehmen, weil ich zu geschminkt, gestylt, laut oder sonst irgendwas bin, einfach ansprechen. Vor allem aber muss ich auch meine eigenen Schubladen entfernen. Im Laufe des Lebens packt man sich ja selbst in so viele Schubladen, dass man die ganze Kommode ganz dringend mal hochheben und umwerfen muss. Dass alles rauskommt und man sich neu erkennt. Denn auch wenn man selbstreflektiert ist, seine Stärken kennt und mutig ist, selbst dann verliert man sich manchmal in seinen eigenen Schubladen und Ecken. Ich bin unordentlich und das wird auch immer so bleiben? Nein. Einfach nein. Nein zu: „Ich bin Beziehungsunfähig!“, „Ich kann nicht auf Milchprodukte verzichten!“, „Kommasetzung kenne ich nicht!“, „Ich bin halt einfach unsportlich.“ – Nein, nein, nein! Meistens ist die absolute Selbstakzeptanz echt gut, aber oft ist es auch nur eine Ausrede.

 

Deshalb sagte ich jetzt Tschüss! Adieu, Adieu, ich mach mich jetzt neu.

Eure Aminata

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