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Kerstin Weng – Adieu Cliché: Modejournalistin

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Modejournalistin. Wer mich nach meinem Beruf fragt, zieht dann gerne süffisant eine Augenbraue nach oben: „Ach, das ist ein Beruf? Sowas wie Blogger, oder?“

Ich höre dann regelrecht, wie die Schublade im Kopf auf- und wieder zugeht.

Ich höre dann regelrecht, wie die Schublade im Kopf auf- und wieder zugeht. Meist kommt noch etwas hinterher wie: „Und, was wird demnächst Trend?“ Klar beantworte ich das gerne. Aber warum fragt eigentlich nie jemand, wie Trends sich in der Gesellschaft formen? Oder warum wir schön finden, was wir schön finden? Wann Mode in Deutschland aufgehört hat, ein Kulturgut zu sein? Warum Italiener häufiger Farben tragen als Skandinavier?

Nur, weil ich mich mit etwas (vermeintlich) Oberflächlichem beschäftige, bin ich keine oberflächliche Person.

Modejournalismus beinhaltet mehr als nur zu wissen, was Gucci gerade auf dem Laufsteg gezeigt hat. Aber am Allernervigsten: wenn die Leute vom Job auf den Charakter schließen. Nur, weil ich mich mit etwas (vermeintlich) Oberflächlichem beschäftige, bin ich keine oberflächliche Person. Wenn Menschen aufhören würden, andere sofort in Klischees zu pressen, wären sie auch nicht so überrascht, dass man sich mit einer „Modetussi“ über Goethe oder Evolutionsbiologie unterhalten kann. Jeder von uns hat doch so viel mehr Facetten, als man auf den ersten Blick sieht.

 

Eure Kerstin
chief editor of InStyle Germany

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