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Kati – Adieu Cliché: zu angeblichen typischen Merkmalen

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Es ist doch so: Ein Klischee ist eine Vorstellung darüber, wie etwas ist und die Reduktion auf die angeblich typischen Merkmale. Und ob uns das gefällt oder nicht, sie sind viel zu fest in unseren Köpfen, unserem Sprachgebrauch, unserer Gesellschaft verankert. Frauen schmeißen den Haushalt, verbringen zu viel Zeit im Bad, immer zu zweit natürlich, können nicht rechnen, ihnen fehlt der Orientierungssinn und wir müssen sowieso immer Recht haben. Männer hingegen sprechen nicht über Gefühle, weinen nicht, wollen sich nicht binden, können viel besser Auto fahren und all das, obwohl sie doch ständig nur an Sex denken. Ihr merkt, wie sehr ich genug davon habe?

 

Dutzidutzi gibt es bei uns nämlich nicht..

Und um nur einige Beispiele aus meinem Alltag zu nennen, auf die ich gut und gerne verzichten kann: Ich versuche auf alle Bedürfnisse meines Kindes einzugehen, versuche auch in komplizierten Situationen immer den besten Weg für uns zu finden, wie wir damit umgehen können. Manchmal nehme ich die Blicke wahr, die sich wundern über die Art, wie ich mit meiner 18 Monate alten Tochter spreche. Dutzidutzi gibt es bei uns nämlich nicht, ich erkläre ihr die Welt ohne Verniedlichung. Mir ist es wichtig, ihr das Gefühl zu vermitteln, dass wir auf einer Ebene stehen, gleichwertig, auf einer Augenhöhe, nicht von oben herab. Meistens ernte ich Bewunderung für meine ruhige Herangehensweise, doch das erklärt sich natürlich von selbst, wird dann hinterher geschoben. Ich bin ja eine typische junge, motivierte Mama mit tollem Mann an der Seite. Da ist das natürlich alles viel leichter. Dass ich mich seit bald zwei Jahren jeden Morgen hundemüde aus dem Bett quäle (nicht, weil ich zu wenig geschlafen habe. Ich bin einfach ein Morgenmuffel.), ich mittlerweile selbstständig bin, meinen eigentlichen Bildungsweg abgebrochen habe und mein tollster Mann Musiker sprich oft unterwegs ist, wird da nicht thematisiert.

 

Ich bin immer noch Kati, jetzt eben mit Kind.

Und ja, ich liebe unser Kind mehr als alle Worte dieser Welt es beschreiben könnten. Ich gehe in meiner Mutterrolle auf, aber nur, weil ich mich nicht auf diese reduzieren lasse. Ich bin immer noch Kati, jetzt eben mit Kind. Und ich hänge an diesem allertollsten lieben Wesen, wachse mit ihr, möchte ihr alles geben, aber niemals die Freiheit und ihren Raum nehmen. Dass ich eine typische Helikopter-Mutti sei, hörte ich aus den Mündern fremder Menschen schon einige Male und wundere mich immer wieder darüber, dass wir unsere Meinung so oft auf kleine Momente und noch kleinere Einblicke stützen. Menschen die mich kennen wissen, dass ich drei Fehlgeburten hatte, bevor unsere Little Miss Sunshine zu uns kam und ich diese Verluste noch immer nicht ganz verarbeitet habe. Ein bisschen klammere ich manchmal nämlich vielleicht doch noch zu sehr.

Pünktlichkeit hat für mich etwas mit Respekt zu tun.

Desweiteren musste ich mir schon oft anhören wie deutsch ich doch sei, da ich so viel Wert auf Pünktlichkeit lege. Ganz ehrlich? Please stop this! Pünktlichkeit hat für mich etwas mit Respekt zu tun. Herzensmenschen, wichtige Verabredungen, selbst den Gaszählerableser lasse ich nicht ohne triftigen Grund und Entschuldigung warten, er macht ja auch seinen Job und kommt pünktlich zu mir. Ach, und nur weil ich nicht über Blondinen-Witze lache, heißt das nicht, dass ich zu blond bin, um sie zu verstehen. Ich finde es einfach nicht komisch, sich über Haarfarbe, Hautfarbe, körperliche/geistige Beeinträchtigungen, psychische Erkrankungen, das andere Geschlecht, Sexualität, Herkunft, sozialen Status, fremde Weltanschauungen lustig zu machen. Das finde ich diskriminierend und nicht witzig.

Können wir unsere veralteten, eingeschlafenen Denkmuster bitte ganz schnell aufwecken und die viel zu vielen Schubladen schließen, um achtsam und respektvoll miteinander umgehen zu können?

Eure, Kati
P.S.: Ich habe übrigens einen Sneaker-/Schuhtick, mein Abitur in Bayern wegen Mathe abgebrochen, wenn’s darauf ankommt verwechsle ich rechts und links, aber am Herd steht bei uns der Mann.

 

Love from WOMOM
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